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Die Libanon-Zeder: Symbol des Libanon

Aufnahmetätigkeit in Libanon und in Syrien 1972

Ivar M. Schmutz-Schwaller (1935-1999) war ein Musikforscher aus der Schweiz, der im Jahre 1972 in Libanon und in Syrien ausgedehnte Musikforschungen betrieben hat. Dort hat er mit dem Revox A77 zahlreiche Aufnahmen – zu der Zeit der Star unter den Aufnahmegeräten – von namhaften Sängern und Traditionen der maronitischen und altsyrischen Tradition gemacht, die berühmtesten davon sind die Gesänge mit dem Sänger Maroun Mrad. Die Forschung wurde weitgehend von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht und gefördert.
Nach seiner Rückkehr hat Ivar Schmutz-Schwaller alle Tonbänder in seiner Wohnung in Köln geortet und nicht mehr benutzt, außer diejenigen von Maroun Mrad.
Sie wurden nach seinem Tod vom Violaine Trentesaux Mochizuki vom Institut Marquartstein wieder entdeckt, mit professioneller Ausrüstung von Digigram digitalisiert, und auf 67 CD kopiert. Sie kontaktierte daraufhin Professor Louis Hage der libanesischen Universität Kaslik, der sehr erfreut war und schnell einreiste. Innerhalb von 5 vertraglich festgelegten Jahren, wurde der Inhalt in Kaslik analysiert und erfasst. Seit 2008 werden diese Aufnahmen in der Fachwelt benutzt und weiter gereicht. Leider wurde in den Katalogen vergessen, dass nicht Ivar die Tonbänder digitalisiert hat, sondern Violaine Trentesaux Mochizuki.

All recordings are available. Feel free to contact the Institute directly. The list of recordings are in the catalogues, which can be downloaded.

Geographischer Standort der Aufnahmen

Der Star am Anfang der 70er Jahren
Revox A77

Der konkrete geographische Standort, von wo aus sich die Studien orientieren, sind Osttraditionen auf altsyrischer Basis, besonders Dörfer der nordöstlichen Libanon-Berge …. Den Anlass für weitere zusammenhängende Einzeluntersuchungen haben Grundgesänge aus syro-maronitischen Liturgien gegeben ….

Die Forschungsarbeiten wurden begleitet von einer Aufnahmetätigkeit (in Libanon und in Syrien), die mit Weihnachten 1971 begann und im Herbst 1976 einstweilen abgeschlossen wurde. Es sind weiterhin vor allem Sammlungen von eigenständigen Klöstern, Einzelsammlungen mit Mönchen, Priestern, Diakonen des Libanon, dann von mehreren Ortstraditionen der Südost-Türkei – vorwiegend in Gemeinden von Aleppo und El-Qamishlyie aufgenommen – und von Traditionen des Nord-Iraks einbezogen worden.

Die Ortstraditionen umfassen womöglich immer die Kultgesänge des ganzen Jahres und sehr viele Gesänge aus dem Dorfalltag, mit Frauen und Männern einzeln oder abwechselnd aufgezeichnet. In Syrien kommen dazu Kleinstücke, Kultgesänge des Islam und Aufnahmen mit religiös-esoterischen Gruppen – immer mutmasslich spezifisch syrischer Tradition.

(Text von Ivar Schmutz-Schwaller)

Nach dem Tod von Schmutz-Schwaller wurden die 174 Tonbänder von Violaine Trentesaux Mochizuki digitalisiert und Louis Hage, Leiter der Faculté de Musique der Université Saint Esprit Kaslik, Libanon zwecks Katalogisieren anvertraut.

Das MRAD-Verfahren und Maroun Mrad

NEWS: The MRAD Theory is now online

Die Aufnahmen mit dem Sänger Maroun Mrad sind für die Kenntnis der altsyrischen Tradition so wichtig und einmalig, dass sie schon mehrfach für wissenschaftliche Arbeiten verwendet worden sind und auf einen Server in Libanon hochgeladen sind.

Ivar schätze die Interpretationen von Maroun Mrad so hoch, dass er nach seinem Rückkehr fast nur noch damit arbeitete und seine auf der Basis der altsyrischen Lieder entwickelte Musiktheorie nach ihm nannte: das MRAD-Verfahren, oder die Mrad-Methode